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Aktuelle Ausgabe          

 

 

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Uran, Energie für immer?
EK-06.12.2006: Die Energiekrise.de Autoren Werner Zittel und Jörg Schindler haben für die "Energy Watch Group" eine Studie mit dem Titel "Uranium Resources and Nuclear Energy" fertiggestellt. Die Studie beleuchtet intensiv die Reserven- und Ressourcenlage von Uran. Weiter werden mögliche Entwicklungen für die Zukunft der Kernenergienutzung diskutiert.

Die Studie zeigt auch, welche enormen Anstrengungen notwendig wären um den Kernenergie-anteil am Weltenergiemix für die nächsten 20-30 Jahre auch nur konstant zu halten. Darüber hinaus gehende Ausweitungen - wie z.B. von der Internationalen Energie Agentur (IEA)empfohlen - müssen immer an der zukünftigen Verfügbarkeit von Kernbrennstoffen gemessen werden.

Und da sieht es nicht gut aus: "Selbst wenn wir kalkulieren, dass die Preise für Uran enorm steigen und damit die Ausbeutung bislang unwirtschaftlicher Minen interessant wird, sind die Uranlager in spätestens 70 Jahren erschöpft", sagt Werner Zittel. "Alle Vorschläge, die Atomenergie auszubauen, vernachlässigen die Tatsache, dass die Rohstoffbasis für diese Technologie erheblich schrumpft und keinen weiteren Ausbau mehr zulässt.

Das bedeutet insbesondere, dass die Betreiber neuer Atomkraftwerke – wie von der IEA in ihrem World Energy Outlook in diesem Herbst gefordert – in jedem Fall mit dramatischen Preissprüngen konfrontiert sind". Die Studie kann hier d heruntergeladen werden.

Die Energy Watch Group ist ein Zusammenschluss von unabhängigen Forschern und Wirtschaftsexperten, die an zukunftsfähigen Konzepten für die globale Energieversorgung arbeiten. Die Gruppe wurde von dem Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell initiiert. Neben Dr. Werner Zittel sind beispielsweise auch Jörg Schindler, Geschäftsführer der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH, Dr. Harry Lehmann, Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE) und Stefan Peter vom Institute for Sustainable Solution and Innovations beteiligt. Prof. Dr. Jürgen Schmid vom Institut für Solare Energietechnik in Kassel. Das World Watch Institute, Washington, EUROSOLAR, der Weltrat für Erneuerbare Energien und die Schweizer Energiestiftung (SES) unterstützen beratend die Forschergruppe.

Woher kommt die Energie?
EK-06.12.2006: Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband (DWV) hat eine Kurzstudie mit dem Titel "Woher kommt die Energie für die Wasserstofferzeugung" veröffentlicht. Da der DWV immer öfter kritisch mit der Frage "Woher soll der Wasserstoff denn kommen?" konfrontiert wird, erlaubt sich der DWV mit dieser Studie die Gegenfrage "Woher soll die zukünftige Energie generell kommen?" und bietet eine Übersicht des aktuellen Status unserer Energieversorgung, skizziert mögliche Entwicklungen und zeigt Alternativen. Insbesondere die Alternativen in denen Wasserstoff als "energiespeicher" bzw. mobiler Energieträger eine wichtige Rolle spielt. Dem DWV ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu sagen, das Wasserstoff alleine keine Energieprobleme löst. Wohl aber ein Wegbereiter zu neuen Lösungsansätzen sein kann bzw. diese erst ermöglicht. Die Studie lann kostenlos auf der Webseite des DWV heruntergeladen werden: d

NRW-Enquetekommission "Auswirkungen hoher Ölpreise
EK-06.12.2006: Das Bundesland NRW hat vor einem Jahr eine Enquetekommission zu den hohen Ölpreisen eingerichtet. Energiekrise.de hat dort vor einem halben Jahr bereits vorgetragen. Am 27. Oktober fand eine weitere öffentliche Sitzung statt. das Protokoll der öffentlichen Anhörung der Enquetekommission zum Thema "Auswirkungen stark steigender Preise für Öl und Gas auf Industrie, Kommunen und Haushalte" ist jetzt erschienen.

Sie können es auf folgender Seite als pdf-Dokument herunterladen: d

 

Ölwechsel! Neuauflage
EK-06.12.2006: Das Standardwerk von den Autoren von energiekrise.de zum Thema "Peak Oil" geht in die zweite Runde. Mit vielen neuen Daten wird ein aktuelles Bild der Lage der Weltölförderung sowie der Verbrauchsentwicklung vermittelt. Fester Bestandteil des Buches sind weiterhin die ausführliche Einleitung in das "System" Erdöl, mit vielen politischen und wirtschaftlichen Hintergründen, als auch die genaue Analyse jeder einelnen Förderregion weltweit. Das Buch mit der ISBN 3-423-34389-3 ist ab Januar 2007 erhältlich.

 

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Video-Dokumentation der Chicago Tribune
EK-21.08.2006: Pulitzerpreisträger Paul Salopek, Auslandskorrespondent der Chicago Tribune, hat eine Video-Dokumentation zur Ölversorgung der USA veröffentlicht. Um die Komplexität des Themas einer weiten Öffentlichkeit verständlich zu machen, hat er den Weg des Öls von der "Tankstelle an der Ecke" bis zu den verschiedenen Quellen in aller Welt zurückverfolgt. Das Ergebnis nennt er "Reisebericht einer Abhängigkeit".

Ausführlich wird unser aller Abhängigkeit von billigem Rohöl aufgezeigt. Vom Kassierer an der Tankstelle bis zu den Armenvierteln in Nigeria. Salopek bewertet nicht sondern beleuchtet Elemente einer Versorgungskette. Er macht Transparent, woher der Treibstoff stammt den wir so bequem "an der Ecke" in unsere Autos füllen. Er überläßt es dem Zuschauer sich selbst ein Urteil darüber zu bilden wie stabil dieses Fundament unserer Lebensweise tatsächlich ist.

Die Videos können hier d online angesehen werden. (Auf "Watch Documentary" klicken. Alternativ läßt sich auch ein PDF laden, alles in englischer Sprache)

Erdgasversorgungssicherheit in Europa
EK-04.08.2006: Am 22. März 2006 fand eine Anhörung der grünen Bundestagsfraktion zum Thema „Gasversorgungssicherheit in Europa“ statt. Eine kurze Zusammenfassung finden Sie hier d

Auch energiekrise.de war bei dieser Anhörung vertreten. Die Folien unseres Beitrages können Sie hier d herunterladen.

Die Erdgasversorgung Europas wird von vielen Beobachtern auf absehbare Zeit als gesichert eingestuft. Doch einige Aspekte lassen große Bedenken aufkommen und erahnen, dass Versorgungsprobleme in den kommenden Jahren bereits möglich und vielleicht sogar wahrscheinlich werden. Indizien, die hierfür sprechen sind etwa die Folgenden:

Großbritannien hat vor einigen Jahren das Fördermaximum der Erdgasförderung überschritten. Seit dieser Zeit geht die Förderrate deutlich zurück. Bis Ende 2005 lag sie bereits um 30 Prozent unter der Maximalförderung Ende 1999. Zudem war im Sommer 2005 der größte Speicher des Landes aufgrund eines Brandes ausgefallen. Dies führte dazu, dass der Gaspreis auf der Insel zeitweise deutlich stieg und eine Gasknappheit drohte. Auch erhoffte Gaslieferungen vom Kontinent fielen wesentlich bescheidener aus erwartet – obwohl die Kapazität der Leitung nicht einmal ausgelastet wurde. Damals zeigte sich die englische Presse verärgert über die geringe Unterstützung vom Festland und mahnte eine stärkere Liberalisierung des Marktes an. Für Gaslieferungen wären Höchstpreise bezahlt worden, dennoch wurden die Lieferungen kaum erhöht.

Die Unternehmen wiederum verwiesen auf bestehende Lieferverträge mit ihren Kunden und auf stark zurückgegangene Speicherbestände, so dass man angesichts des harten Winters mit den vorhandenen Reserven vorsichtig umgehen müsse.

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Bild: Erdgasförderung in UK, seit 2001 geht die Förderung zurück.

Aber auch in anderen europäischen Staaten waren Unregelmäßigkeiten zu beobachten. Zur kältesten Zeit des Jahres 2005 nahm Rußland einen Streit mit der Ukraine über den Gaspreis zum Anlass, die Lieferungen für einige Tage auszusetzen. Anfang 2006 beugte sich die Ukraine der „Macht des Gases“. Ein neuer Vertrag wurde auf russischen Druck hin unterschrieben, zu deutlich ungünstigeren Konditionen mit einer festgesetzten Laufzeit von nur einem halben Jahr, bis Juli 2006.

Was hierbei irritiert, ist die Tatsache, dass nach Beilegung dieses Streites die Erdgaslieferungen nach Italien unregelmäßig waren. Zwischen Mitte Januar und Mitte März 2006 wurde in Summe etwa 6,5 % weniger Gas nach Italien geliefert als vertraglich vereinbart war.

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Bild: Vereinbarte und tatsächliche Gaslieferungen von Rußland nach Italien

Zu dieser Zeit tauchten in der Presse erstmals Warnungen der Internationalen Energieagentur auf, dass viel zu wenig Geld in die russische Gasinfrastruktur investiert würde und daher künftig möglicherweise mit Unregelmäßigkeiten zu rechnen sei.

Vor diesem Hintergrund liegt die Spekulation nahe, dass Russland in den kältesten Tagen des Jahres so viel Gas im eigenen Lande benötigte, dass die Kapazitätsgrenzen erreicht wurden. Daher ist es vorstellbar, dass das Lieferembargo mit der Ukraine auch dazu benutzt wurde, um diesen Lieferengpass zu kaschieren. Vor allem die späteren Versorgungsprobleme Italiens lassen diesen Zusammenhang plausibel erscheinen.

Anfang Juni 2006 lebte der Streit zwischen Ukraine und Rußland wieder auf. Hierbei wurde auch kommuniziert, dass die großen Gasspeicher in der Ukraine (die weltgrößten Gasspeicher) entgegen früherer Jahre bisher nicht gefüllt seien. Diese Gasspeicher bilden aber einen wichtigen Puffer für den Export russischen Gases. Daher sind Rußland und die Ukraine schon seit längerem im Streit um die Hoheit über diese Speicher. Sollten nun bis Ende dieses Sommers diese Speicher nicht entsprechend aufgefüllt werden, womit durchaus gerechnet werden muss, dann könnten im kommenden Winter in Europa bereits wieder Gasversorgungsprobleme drohen. Dass dies kein theoretisches Szenario ist, wird dadurch unterstrichen, dass ein großer holländische Gasversorger gemäß Presseberichten die Industrie bereits anmahnt, möglichst sparsam mit dem Erdgaseinsatz umzugehen. Für einen Gasversorger, der aus Marktinteresse in der Vergangenheit eher zu Verbrauchssteigerungen anregte, verwundert solch eine Wende in der Kommunikation.

Eine Erhärtung dieses Verdachtes ergibt sich, wenn man einen Blick auf die Struktur der russischen Gasförderung wirft (Bild). Rußland hat gemäß den offiziellen Statistiken die weltgrößten Gasreserven. Verschleiert wird jedoch die Tatsache, dass die drei größten produzierenden Felder Urengoy, Medveshye und Yamburg bereits über das Fördermaximum gegangen sind. Erst in den vergangenen Jahren wurde nach einer Vorlaufzeit von fast 10 Jahren ein großes neues Gasfeld , Zapolyarnoye, angeschlossen. Das aber wird nicht ausreichen um für eine konstante Förderung zu sorgen. Die zunehmenden Förderrückgangsraten machen es zwingend notwendig, dass in Rußland zunehmend neue und große Gasfelder erschlossen werden. Diese neuen Gasfelder liegen weiter östlich und weiter nördlich und sind aufwändiger zu erschließen. Somit hat auch hier bereits ein Wettlauf mit der Zeit eingesetzt.

Wichtige Erschließungsprojekte zielen auf das sibirische Gasfeld Jushno Russkoje, das gemeinsam mit deutschen Gasfirmen erschlossen werden soll und dann über die neu zu errichtende Pipeline durch die Ostsee nach Deutschland und Schweden liefern soll (allerdings nicht vor 2011). Das auf der Jamal Halbinsel gelegene Bovanenko und das in der tiefen Barentsee gelegene Stochman sind weitere wichtige Projekte. Entscheidend für eine verlässliche Gasversorgung wird sein, wie schnell diese Felder erschlossen werden können und wie weit in dieser Zeit der Förderrückgang der Produktionsbasis fortgeschritten sein wird. Jede Verzögerung könnte die Versorgungssicherheit gefährden und zu zeitlichen Lieferengpässen führen.

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Bild Russische Gasförderung (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Gepuffert werden kann diese Situation allenfalls durch Gaslieferungen aus Turkmenistan, die durch russische Gasleitungen nach Westeuropa gelangen. Allerdings ist das absolute Förderniveau deutlich niedriger, so dass hiermit nur kleine Schwankungen russischer Gaslieferungen ausgeglichen werden können. Eine deutliche Ausweitung der Importe wird erst nach 2011 gesehen, wenn die Gasleitung NABUCCO aus dem Iran über die Türkei Erdgas aus dem Mittleren Osten nach Europa liefern soll. Die Förderkapazität wird allerdings nur bei etwa 30 Mrd m³ pro Jahr liegen.

Heute wird Gas aus Turkmenistan vor allem in den Iran geliefert, um dessen steigenden Bedarf zu decken und die Exporte des Iran in die Türkei auszugleichen.

Wir sollten also nicht überrascht sein, wenn es in den kommenden Wintern Überraschungen in der Europäischen Gasversorgung geben wird.

 

Kann der Iran zukünftig genügend Erdgas liefern?
EK 04.08.2006: Kann der große Hoffnungsträger Iran zukünftig genügend Erdgas nach Europa liefern? Nicht in Europa aber im Iran selbst regen sich erste Zweifel. Während der offiziellen Eröffnungsfeier des Büros einer thailändischen Gasproduktionsfirma in Teheran, äußerte der stellvertretende iranische Ölminister Mohammad Nejad-Husseinian die Ansicht, dass Iran nicht genügend Erdgas für alle derzeit im Bau befrindlichen Pipelines wird liefern können.

Insbesondere die beiden Großprojekte "Nabucco" (nach Europa) und "Peace Pipeline" (nach Pakistan und Indien) werden nicht beide in voller Kapazität bestückt werden können. Sollte - aus politischen Gründen - die "Peace Pipeline" in voller Auslastung betrieben werden, gäbe es überhaupt kein Gas mehr um es nach Westeuropa zu liefern. Nejad-Husseinian sieht die einzige Lösung darin, das beide Abnehmer ihren Lieferbedarf reduzieren. Andernfalls müsse der Preis den Lieferbedarf regeln. (Quelle: www.today.az)

Die Erschließung der Ölvorkommen östlich von Grönland
EK 04.08.2006: Anfang Juli gingen euphorische Berichte über das Ölpotenzial von Grönland durch die Presse. Es werden neue Gebiete in sensiblen arktischen Gewässern zur Exploration freigegeben. Dadurch erhoffen sich die grönländische und die dänische Regierung (zu deren Hoheitsgebiet Grönland gehört) neue Einnahmen. Insbesondere, falls große Ölfunde gemacht werden, könnte das die Haushaltsbudgets entlasten.

Gerne wird die Studie des USGS aus dem Jahre 2000 zitiert, wonach östlich von Grönland im Shelf bis zu 117 Gb Öl gefunden werden könnten. (sieh z.B. d). Das wäre doppelt soviel Öl wie in der ganzen Nordsee insgesamt gefördert werden wird. Und die Nordsee ist die größte zusammenhängende Ölförderregion, die in die letzten 50 Jahren gefunden wurde.

Bisher wurde bereits westlich vor Grönland exploriert. Sechs im Zeitraum 1976 – 1990 durchgeführte Testbohrungen ergaben keine nennenswerten Ölfunde. Damals stellten die Firmen ihre Aktivitäten ein. Angetrieben durch die hohen Ölpreise soll jetzt eine intensivere Suche nach Öl lukrativ werden. Vermutlich wird man auch etwas Öl finden. Doch ein neues Öldorado wird das nicht werden. So kommt auch die oben zitierte USGS-Studie zu dem Schluß, dass man mit 95% Wahrscheinlichkeit östlich vor Grönland überhaupt kein Öl finden werde. Mit 5% Wahrscheinlichkeit kann man sich vorstellen, 117 Gb zu finden. Daraus wurde über entsprechende Annahmen ein 50% wahrscheinlicher Wert von 47 Gb errechnet. Die denkbaren Funde südwestlich von Grönland fallen mit 1,6 – 18 Gb deutlich geringer aus, deren Wahrscheinlichkeit wird allerdings auch höher eingestuft. Nördlich dieses Bereiches sollen in den kommenden Monaten in der ökologisch sensiblen Region der Disko Bay die ersten Bohrlizenzen vergeben werden.

Dass die dänische Regierung nach neuen Einnahmequellen aus der Ölbranche sucht, wird verständlich, wenn man das Förderprofil von Dänemark analysiert. Im Jahr 2004 wurde das Fördermaximum überschritten, in den kommenden Jahren werden die Einnahmen aus der Förderung deutlich zurückgehen. Mit einer maximalen Förderrate von fast 23 Mio m³ im Jahr 2004 (bzw. 400 kb/d) hat die dänische Förderung keinen großen Einfluß auf die europäische oder gar weltweite Ölförderung.

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Bild: Analyse der Ölförderung in Dänemark. Die Förderrate für 2006 wurde aus den Daten des ersten Halbjahres hochgerechnet. Jede Fläche markiert den Förderbeitrag eines Feldes. Das größte Ölfeld Dan ist seit ein paar Jahren im Förderrückgang. Dies konnte für einige Jahre durch den Anschluß weiterer Felder noch überkompensiert werden. Vor allem das zweitgrößte Feld "Halfdan" konnte durch stetige Förderausweitung die Gesamtförderung auf einem Plateau halten. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass dieses Niveau nicht mehr gehalten werden kann. In zehn Jahren wird die Ölförderung Dänemarks vermutlich halbiert sein, wenn nicht neue Ölfördergebiete(z.B. vor Grönland) erschlossen werden können

 

Jahresbilanzen der Ölfirmen
EK 04.08.2006: Die Jahresbilanz der Ölfirmen erbrachte im vergangenen Jahr Rekordgewinne. Diese wurden teilweise wieder reinvestiert in die Exploration neuer Ölfelder und in die Aufrechterhaltung der Förderung. Doch erstmals lagen im Jahr 2005 die Aktienrückkäufe mit den Investitionen in Exploration und Förderung gleich auf. Kann man das dahingehend interpretieren, dass die Firmen keine geeigneten Investitionsmöglichkeiten mehr sehen?

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Tabelle: Aufwendungen großer westlicher Ölkonzerne für Exploration und Förderung und jährliche Öl- und Gasfördermengen gemäß deren Jahresberichten. (Bild klicken!)

Interessant ist jeweils die jährliche Entwicklung der verschiedenen Positionen. Die gerne verbreitete Annahme, dass lange Zeit wegen der niedrigen Ölpreise wenig exploriert wurde, man sich jetzt jedoch intensiv bemüht, spiegelt sich in diesen Zahlen nicht wieder. Wohl aber ist erkennbar, dass die Ausgaben für die Förderung gestiegen sind, wehalb diese Zahlen gerne mit der Exploration vermischt werden. Tatsächlich aber läßt sich beobachten, dass sich die gestiegenen Förderkosten nicht in gestiegenem Output materialisieren können.

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ild Ausgaben von ExxonMobil, BP und Shell für Exploration und Förderung (gelb und rote Fläche), sowie für Aktienrückkäufe (schwarze Linie).

Mit den Rekordgewinnen können die Firmen noch davon ablenken, dass es immer schwieriger wird, die Förderung auszuweiten. Insgesondere die Firma Shell hatte es in den letzten Jahren versäumt, durch Fusionen (wie BP mit Amoco und Arco oder Exxon mit Mobil) die Produktionsbasis zu verbessern. Daher ist es nicht überraschend, dass dort innerhalb der vergangenen acht Jahre die Förderung bereits um mehr als 20 % eingebrochen ist. Darüber kann auch das Engagement in der kanadischen Ölsandförderung nicht hinwegtäuschen, sind doch diesbezügliche Investitionen teuer und die Ausweitungen langsam.

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Bild: Die Ölproduktion von Shell laut eigener Jahresberichte

ber auch der gesamten Branche fällt eine Ausweitung immer schwieriger. Die folgende Grafik zeigt die Ölförderung der größten westlichen Firmen:

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Bild: Die Entwicklung der Ölförderung der 12 größten westlichen Ölfirmen

BP Statistical Review of World Energy update
EK 04.08.2006: Im Juni ist der BP Statistical Review of World Energy mit den Jahresbilanzen für 2005 erschienen. Energiekrise.de hat diesen wieder grafisch umgesetzt, die einzelnen Grafiken können hier go eingesehen werden.

Kernenergie: Aktuelle Betrachtungen
EK 04.08.2006: In vielen Vorträgen werden wir derzeit bezüglich der möglichen Entwicklung der Kernenergie befragt. Und auch die Politik und die Presse hat dieses Thema wiederentdeckt. Energiekrise.de möchte in einem kurzen "Spezial" einige Argumente zur aktuellen Diskussion hinzufügen.

Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Anteil an Kernenergie am weltweiten Energiemix steigen würde. Eher im Gegenteil. Alleine den Anteil am Energiemix stabil zu halten, würde Anstrengungen erfordern, die weit über dem liegen was aktuell zu beobachten ist. Auch das "Horrorszenario" das die Befürworter der Technologie gerne an die Wände malen, den Einkauf großer Mengen Atomstroms in Frankreich und Tschechien, konnte sich bislang nicht materialisieren. Ausgerechnet als Frankreich wegen der großen Trockenheit (und heruntergefahrener Atomkraftwerke) Strom in Deutschland zukaufen wollte, mussten auch in Deutschland Atomkraftwerke heruntergefahren werden. Tschechien (mit dem gleichen Problem) konnte wegen zu hoher Preise nicht auf dem deutschen Spotmarkt einkaufen und versucht nun lieber den Verbrauch zu reduzieren. Lesen Sie hier unsere aktuellen Argumente: go

Hearing NRW
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat am 28. September 2005 als bisher einzige Landesregierung eine Enquetekommission eingerichtet, die sich mit dem Thema Peakoil befasst. (Enquetekommission zu den Auswirkungen längerfristig stark steigender Preise von Öl- und Gasimporten auf die Wirtschaft und die Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen). Am 9. Juni 2006 hat die Enquetekommission I eine öffentliche Anhörung zum Thema "Öl- bzw. Gasreserven und -ressourcen sowie deren Verfügbarkeit, Kapazitäten, Engpässe und Restriktionen auf den Weltenergiemärkten" durchgeführt. Auch Energiekrise.de war dort mit einer Stellungnahme vertreten. Diese können Sie hier d herunterladen. Weitere Stellungnahmen, sowie das Protokoll der Sitzung können Sie hier d herunterladen. Insbesondere das Protokoll der Sitzung empfiehlt sich als kurzweiliger Lesestoff!

The Party's Over
Richard Heinberg, ein US Journalist und Sachbuchautor, hat sehr ausfürhlich Zahlen und Meinungen über die Endlichkeit der Ressource "Erdöl" zusammengetragen.

Im ersten Teil des Buches beschreibt er die Faktenlage und vermittelt ein gutes Gefühl für die Hintergründe der täglichen Meldungen über scheinbar endlose Ölreserven. Aber Heinberg geht noch erheblich weiter. In beunruhigend einleuchtender Weise beschreibt er den Zusammenhang des Wohlstands der westlichen Industrienationen mit der Verfügbarkeit von billiger Energie. Folgerichtig beschreibt er, aufgrund des stetig zurück gehenden Angebotes billiger fossiler Energie verschiedene Szenarien des Zusammenbruchs der westlichen Volkswirtschaften, deren Überleben systembedingt auf Wachstum basiert.

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Die Öl- und Gasförderung in Großbritannien geht weiter zurück
EK 09.01.2006: Die letzten verfügbaren Förderzahlen von Großbritannien weisen für August einen ungewöhnlich starken Einbruch der Förderung von Öl und Gas aus. Damit liegt die Ölförderung wieder auf einem Niveau, das letztmals vor fast 30 Jahren erreicht wurde. Aber auch die Gasförderung ist ungewöhnlich stark eingebrochen. Die Förderung von Erdölbegleitgas sogar um fast 50%. Damit wird immer deutlicher, dass Großbritannien dringend auf steigende Energieimporte sowohl von Erdöl als auch von Erdgas angewiesen ist. Dies erfordert erhebliche Anpassungen der Infrastruktur, insbesondere bei Erdgas.

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Bild: Die Gasförderung von Großbritannien bis August 2005 Quelle: Department of Trade and Industry, Dezember 2005

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Bild: Die Ölförderung von Großbritannien bis August 2005 Quelle: Bis 1998 IHS-Energy; ab 1998 DTI „Burgan“, das zweitgrößte Ölfeld der Welt, hat das Fördermaximum überschritten EK 09.01.2006: Anfang November hat die KOC (Kuwait Oil Company) erstmals eingestanden, dass die erhoffte maximale Förderrate von 2 Mb/Tag im Feld Burgan nicht erreicht werden könne, statt dessen werde man nur 1,7 Mb/Tag erreichen. Kurzfristig wurde eine Förderrate von 1,9 Mb/Tag erreicht, die sich aber nicht aufrecht erhalten ließ. Burgan trägt heute etwa 70% zur Ölförderung von Kuwait bei. Zwar wird von Farouk al-Zanki, dem Vorstand der KOC, noch behauptet, dass die Ölförderung durch andere Felder gesteigert werden könne, aber diesen Beweis anzutreten dürfte schwer werden angesichts der dominierenden Rolle von Burgan. (siehe z.B. go) Mexiko hat das Fördermaximum überschritten EK 09.01.2006: Am 8. Dezember 2005 hat die staatliche Fördergesellschaft PEMEX in einer Presseerklärung erklärt, dass die Förderrate seines wichtigsten Ölfeldes „Cantarell“ in den kommenden Jahren zurückgehen werde.

Nach Einschätzung von PEMEX wird die Ölförderrate von 2,032 Mb/Tag im Jahr 2005 um 6,3% im Jahr 2006 fallen, um weitere 11,6 % im Jahr 2007 und um weitere 15% im Jahr 2008. Dann werden noch 1,4 Mb/Tag aus Cantarell kommen, das sind 600 kb/Tag weniger als im Jahr 2005. Heute trägt Cantarell mit fast 60% zur gesamten mexikanischen Ölförderung bei. Vermutlich hat damit die gesamte Ölförderung von Mexiko das Fördermaximum überschritten und wird in den folgenden Jahren zurückgehen. Die Analyse und Prognose, die wir im Dezember 2004 in der Broschüre „Energieversorgung am Wendepunkt“ veröffentlicht hatten und die auf einer älteren PEMEX-Prognose aus dem Jahr 2004 aufbaut, ist nach wie vor gültig.

pe

ild: Ölförderung von Mexiko (PEMEX) Source: PEMEX Monthly production data http://www.pemex.com
Forecast: Oilfield Cantarell (offshore): PEMEX; other offshore, onshore: LBST

Anlass für diese Presseerklärung von PEMEX war ein Zeitungsartikel am 6. Dezember in der mexikanischen Tagespresse. Dort wurde aus einer Studie zitiert, die einen Förderrückgang von Cantarell auf 1,54 Mb/Tag bis Ende 2006 (-24% p.a.), auf 0,875 Mb/Tag bis 2007 (-43%) und auf 0,52 Mb/Tag bis 2008 (-40%) errechnet hatte. PEMEX weist diese Daten allerdings zurück, da sie auf einer Fehlinterpretation der zugrunde liegenden Szenarien beruhten. In diesen Szenarien ist untersucht worden, wie schnell der Förderrückgang verlaufen würde, wenn in Zukunft nur eingeschränkte finanzielle Mittel für die Förderung zur Verfügung stehen würden. Man kann das dahingehend interpretieren, dass der Förderrückgang wohl mindestens so stark, wie von PEMEX angegeben, verlaufen wird. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er höher sein wird.

„Burgan“, das zweitgrößte Ölfeld der Welt, hat das Fördermaximum überschritten
EK 09.01.2006: Anfang November hat die KOC (Kuwait Oil Company) erstmals eingestanden, dass die erhoffte maximale Förderrate von 2 Mb/Tag im Feld Burgan nicht erreicht werden könne, statt dessen werde man nur 1,7 Mb/Tag erreichen. Kurzfristig wurde eine Förderrate von 1,9 Mb/Tag erreicht, die sich aber nicht aufrecht erhalten ließ. Burgan trägt heute etwa 70% zur Ölförderung von Kuwait bei. Zwar wird von Farouk al-Zanki, dem Vorstand der KOC, noch behauptet, dass die Ölförderung durch andere Felder gesteigert werden könne, aber diesen Beweis anzutreten dürfte schwer werden angesichts der dominierenden Rolle von Burgan.

Mexiko hat das Fördermaximum überschritten
EK 09.01.2006: Am 8. Dezember 2005 hat die staatliche Fördergesellschaft PEMEX in einer Presseerklärung erklärt, dass die Förderrate seines wichtigsten Ölfeldes „Cantarell“ in den kommenden Jahren zurückgehen werde. Nach Einschätzung von PEMEX wird die Ölförderrate von 2,032 Mb/Tag im Jahr 2005 um 6,3% im Jahr 2006 fallen, um weitere 11,6 % im Jahr 2007 und um weitere 15% im Jahr 2008. Dann werden noch 1,4 Mb/Tag aus Cantarell kommen, das sind 600 kb/Tag weniger als im Jahr 2005. Heute trägt Cantarell mit fast 60% zur gesamten mexikanischen Ölförderung bei. Vermutlich hat damit die gesamte Ölförderung von Mexiko das Fördermaximum überschritten und wird in den folgenden Jahren zurückgehen. Die Analyse und Prognose, die wir im Dezember 2004 in der Broschüre „Energieversorgung am Wendepunkt“ veröffentlicht hatten und die auf einer älteren PEMEX-Prognose aus dem Jahr 2004 aufbaut, ist nach wie vor gültig.

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Bild: Ölförderung von Mexiko (PEMEX) Source: PEMEX Monthly production data http://www.pemex.com Forecast: Oilfield Cantarell (offshore): PEMEX; other offshore, onshore: LBST

Anlass für diese Presseerklärung von PEMEX war ein Zeitungsartikel am 6. Dezember in der mexikanischen Tagespresse. Dort wurde aus einer Studie zitiert, die einen Förderrückgang von Cantarell auf 1,54 Mb/Tag bis Ende 2006 (-24% p.a.), auf 0,875 Mb/Tag bis 2007 (-43%) und auf 0,52 Mb/Tag bis 2008 (-40%) errechnet hatte. PEMEX weist diese Daten allerdings zurück, da sie auf einer Fehlinterpretation der zugrunde liegenden Szenarien beruhten. In diesen Szenarien ist untersucht worden, wie schnell der Förderrückgang verlaufen würde, wenn in Zukunft nur eingeschränkte finanzielle Mittel für die Förderung zur Verfügung stehen würden. Man kann das dahingehend interpretieren, dass der Förderrückgang wohl mindestens so stark, wie von PEMEX angegeben, verlaufen wird. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er höher sein wird.

 

 

 

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