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aspo- Erdöl in der Öffentlichkeit
   
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Die öffentliche Wahrnehmung

Ludwig Bölkow 2001

Es ist erstaunlich, wie wenig die Situation des Erdöls von der Öffentlichkeit aber auch von Politikern und der Wirtschaft zur Kenntnis genommen wird. Auch die aktuelle Benzinpreis-Diskussion hebt überhaupt nicht auf den Sachverhalt der Verknappung ab. Schuldige gibt es überall: Die Ölindustrie, die Ökos, die Politik ganz allgemein, die Ölscheichs. Unser persönliches Verhalten und unser verschwenderischer Umgang mit einer wichtigen Ressource wird kaum erwähnt. Gleiches gilt für die Tatsache, daß wir ohne Skrupel die Ressourcen zukünftiger Generationen verfahren und verheizen, obwohl wir die Technologien hätten dies zu verhindern.

Es gibt kein Grundrecht, das unseren Anspruch an arabischem Öl oder russischem Gas deckt! Wenn wir uns in diese Abhängigkeit begeben, so dürfen wir uns nicht wundern, daß uns dies von Kräften abhängig macht, auf die wir keinen Einfluß haben.

Die Qualität unseres Handelns sollte schon sehr genau festgehalten werden: Wir wissen, dass wir das Klima verändern, dass wir die Ressourcen plündern, dass wir mit den dabei entstehenden Abgasen unsere Gesundheit ruinieren und unsere Lebensqualität beeinträchtigen und wir haben die Technologien beides zu verhindern. Wir sind allerdings nicht bereit unser Geld in den Einsatz dieser Technologien zu investieren. Lieber kaufen wir immer schnellere und immer größere Autos. Trotz sparsamerer Motoren ist zum Beispiel der deutsche Durchschnittsverbrauch kaum gesunken. Höhere Leistungen und größere Autos haben die Reduktion im Verbrauch kompensiert.

Es besteht eine seltsame Einigkeit darüber, das Ressourcen-Problem mit dem Hinweis auf aktuellere Themen zu verdrängen und möglichst weit in die Zukunft zu verlagern.

Die Motive der einzelnen Gruppen sind allerdings ganz unterschiedlich. Die Ölindustrie selbst hat wenig Interesse daran, die tatsächliche Reservenlage zu veröffentlichen, schließlich möchte sie noch möglichst viele Jahre mit dem Öl verdienen - außerdem hat sie überhaupt kein Problem damit, weniger Öl zu höheren Preisen zu verkaufen. Die übrige Industrie hat sich wenig auf eine Ressourcenverknappung eingestellt und langfristige Probleme werden auch dort gerne verdrängt. Zusätzlich kann es aktuell tatsächlich ein Wettbewerbsnachteil sein sich als einzelnes Unternehmen auf eine neue Energieversorgung umzustellen - es hängt eben davon ab, in welchem Rahmen man plant.

Für die Politik sind Zeiträume von mehr als vier Jahren ebenfalls wenig interessant, obwohl sie eigentlich die Pflicht hätte, die Bevölkerung auch in der Zukunft vor Schaden zu bewahren.

 
 
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